Um alle Funktionen dieser Website nutzen zu können, müssen Sie Cookies akzeptieren. Einige Funktionen wie z.B. der Mitgliederbereich und die Online-Schulungsanmeldung funktionieren aus technischen Gründen nicht ohne die Verwendung von Cookies. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Peter Missal
Prof. Dr. Peter Missal

Carsten Engelke
Carsten Engelke

Volkmar Braune, Zenner, Huber
Ulrich Huber, Lothar Zenner und Volkmar Braune

Heiko Hausrath im Vortrag
Heiko Hausrath

Markus Heinrich
Markus Heinrich

VST-Informationstag am 10. April 2019 in Fulda

Innovationstag2019
Am 10. April 2019 – einen Tag vor der Mitgliederversammlung – fand ebenfalls in Fulda im Besucherzentrum der RhönEnergie GmbH auf Einladung der OsthessenNetz GmbH der VST-Informationstag statt. Begrüßt vom bisherigen Vorsitzenden des VST, Lothar Zenner und vom Geschäftsführer des gastgebenden Versorgers, Matthias Hahner, wohnten fast 40 Gäste der Veranstaltung bei. Neben Kollegen der Mitgliedsunternehmen von VST und der Sicherheitspartnerschaft Tiefbau e.V. (SIPART) waren auch Vertreter von Bauunternehmen sowie Bauverbänden und -behörden anwesend.

Der Informationstag begann mit einem Ausblick auf die Chancen für Netzdienstleister im Rahmen der Energiewende. Prof. Dr. Peter Missal, e-rp GmbH Alzey, zeigte auf, wie die Energieversorgung zukünftig organisiert werden könnte, wenn Deutschland zu 100 Prozent auf Strom aus erneuerbaren Quellen angewiesen wäre. Stichworte waren Sektorenkopplung, Power to Gas Technologien sowie zellularer Aufbau der Energieversorgung auf Verteilnetzebene auf Basis einer intelligenten Verschaltung des Gesamtenergiesystems.

Im Anschluss daran gab Carsten Engelke vom Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber e.V. einen Überblick über die Problematik des Kabelnetzausbaus innerhalb der bereits bestehenden anderen Versorgungsnetzinfrastrukturen. Engelke wies darauf hin, dass ANGA und VST weiterhin gerade bei Bundes- und Landesbehörden auf Einhaltung von Mindeststandards der Qualifikation bei Bauunternehmen und deren Mitarbeitern dringen müssen. Er zeigte kurz die Erfolge auf, die beide Verbände in den letzten Monaten bei einer Arbeitsgruppe in einem Bundesministerium erreicht hätten, als es eben um das Einschreiben der Mindestanforderung sowie der Erkundigungspflicht in offizielle Unterlagen ging. Ein weiterer Punkt des Vortrags war die Auseinandersetzung mit dem Thema Trenching, das allzu oft von Politikern als Garant einer schnellen Umsetzung des Breitbandausbaus gesehen wird, obschon es durchaus berechtigte Bedenken gibt. Hier wies Engelke besonders auf das Thema Minderdeckung und seine Nachteile hin. Sein Fazit: Es werden mehr Fachkräfte bei der Planung und Erfassung in den involvierten Ämtern benötigt. Die dringende Anpassung der Verlegetechnik an die örtlichen Gegebenheiten und Anforderungen sowie die verstärkte Einbindung der Straßenbaulastträger in die Planungsverfahren sind zu beachten, wenn der Breitbandausbau sicher, schnell und kosteneffizient umgesetzt werden soll.

Ulrich Huber (VST) und Volkmar Braune (SIPART) stellten dann gemeinsam die Ziele und Forderungen ihrer beiden Verbände vor, die ja zukünftig zu einem bundesweiten Verband fusionieren werden. Auch hier im Fokus: Das Umsetzen der Mindestanforderung sowie die Forderung nach einem spartenübergreifenden bundesweiten Zentralregister aller Netzbetreiber in Deutschland. Viel Beifall fand die Ankündigung, dass man zukünftig noch stärker auf die Expertisen der Schulungsleiter und Bildungsstätten setzen möchte und man gerade auch bei den Bildungsstätten eine einheitliche Ausstattung anstrebt, so dass in der Tat ein bundesweiter Standard erreicht werden kann. Seitens der Zuhörer wurde in die Diskussion eingebracht, dass man zeitnah Lösungen für Schulungsteilnehmer aus dem Ausland finden müsse, da immer mehr Firmen aus dem EU-Ausland auf dem deutschen Markt tätig sind, die von den Regelwerken, aber auch den Begebenheiten vor Ort auf der Baustelle keine Kenntnisse haben. Auch hier wird der neu zu besetzende Arbeitskreis Schulung des VST tätig werden, versprachen Braune und Huber.

Konkret auf die Herausforderungen einer Schulungsstätte in freier Trägerschaft ging dann Heiko Hausrath vom KKI Kompetenzzentrum Kritische Infrastruktur GmbH in Berlin ein. Er schilderte eindrücklich, welche Anstrengungen ein Bildungszentrum unternehmen muss, um stets aktuelle Schulungsinhalte und Ausstattungen im Außenbereich für die Umsetzung des praktischen Teils der Schulungen vorzuhalten. Er warb dafür, neue Zielgruppen für die Schulungen anzusprechen. Gerade Polizei und Einsatzkräfte im Erste Hilfe-Bereich seien in der Regel nicht auf Unfälle und größere Schäden bei KRITIS-Infrastrukturen vorbereitet. Es sei dringend gefordert, diese zu schulen, um sie auf die Gefahren und das richtige Verhalten, beispielsweise bei austretendem Gas, vorzubereiten. Leider sähen jedoch die verantwortlichen Behörden keine Budgets für solche Schulungen vor. Eine weitere Zielgruppe seien Studenten, die einmal praktisch erfahren müssten, warum Regelwerke wie die GW 129/S 129 und andere relevant sind und welche Auswirkungen ein Außerachtlassen nach sich ziehen kann.

Die Einhaltung der Regelwerke und die rechtlichen Folgen, wenn dies nicht geschieht, waren Inhalt des Abschlussvortrags von Markus Heinrich, Wolter Hoppenberg Rechtsanwälte Partnerschaft mbB, Hamm. Welche Pflichten haben Bauauftraggeber und -nehmer, Netzbetreiber oder Planungsbüros, welche Gesetze greifen in den jeweiligen Bauphasen von der Planung über die Ausführung bis zur Gewährleistung? Die anwesenden Zuhörer waren erstaunt über die Menge an Grundsatzurteilen von Landgerichten über Oberlandesgerichten bis hin zum Bundesgerichtshof. Nach dem Vortrag entspannte sich darüber eine lebhafte Diskussion und so war der allgemeine Tenor der Zuhörer, dass der VST-Informationstag wichtige Impulse für die Sicherheit bei Bauarbeiten und für die Präventionsarbeit gebracht hätte.