Um alle Funktionen dieser Website nutzen zu können, müssen Sie Cookies akzeptieren. Einige Funktionen wie z.B. der Mitgliederbereich und die Online-Schulungsanmeldung funktionieren aus technischen Gründen nicht ohne die Verwendung von Cookies. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Jederzeit funktionierende Versorgungsinfrastrukturen sind die Basis unserer Gesellschaft

Die Gesellschaft von heute ist mehr als zuvor in ihrer gesamten Geschichte von funktionierenden technischen Systemen und Infrastrukturen abhängig. Fast alle Bereiche unseres täglichen Lebens werden durch moderne Technik unterstützt. Ohne Strom würde keine Nation im privaten und wirtschaftlichen Bereich existieren können, wäre die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln oder medizinischen Leistungen nicht möglich und würde kein Personen- und Warenverkehr funktionieren. Erst eine flächendeckende, funktionierende Informations- und Kommunikationstechnik sorgt für reibungslose Geldflüsse im Bankgeschäft, macht modernen internationalen Handel erst möglich und ermöglicht uns allen einen schnellen und einfachen Informationsaustausch – privat wie geschäftlich.

Auch die stetige Versorgung mit Trinkwasser funktioniert nur mit einer Infrastruktur, deren Bestand nahezu überall und technisch sicher verlegt ist. Unsere Kraftwerke und Heizanlagen brauchen Treib- und Brennstoff, um zu funktionieren – aber auch, um Energie, Wärme sicher zum Verbraucher zu transportieren. Alle diese technischen Systeme, Einrichtungen und Infrastrukturen, die die Grundlage unserer modernem Gesellschaft sind, benötigen wiederum bestimmte Basisdienste, um zu jeder Zeit, egal ob im Sommer bei Hitze oder im Winter bei Minusgraden, ordnungsgemäß und verlässlich zu funktionieren. Diese Basisdienste werden als Kritische Infrastrukturen (KRITIS) bezeichnet.

Verband Sicherer Tiefbau e.V. – eine Säule zum Schutz von KRITIS

In Deutschland werden Organisationen und Einrichtungen aus den Bereichen Energieversorgung, Informationstechnik und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien und Kultur zu den Kritischen Infrastrukturen gezählt. Die Betreiber dieser Kritischen Infrastrukturen, unabhängig davon, ob privatwirtschaftlich oder öffentlich-rechtlich organisiert, erbringen die kritischen, für die Versorgung der Bevölkerung zwingend notwendigen Dienstleistungen in hoher Qualität und Stabilität. Die ausgeprägte Widerstandsfähigkeit dieser kritischen Dienstleistungen gegen vielfältige Bedrohungen ist der Beweis für das Verantwortungsbewusstsein der KRITIS-Betreiber.

Auch die Mitglieder des Verbands Sicherer Tiefbau e.V. gehören überwiegend zu den Betreibern Kritischer Infrastrukturen oder sie arbeiten als Dienstleister und Bauunternehmen an diesen Versorgungsinfrastrukturen. Der Verband Sicherer Tiefbau e.V. ist mit seiner deutschlandweiten Sicherheitsinitiative und der damit einhergehenden Präventionsleistung für sicheres Arbeiten an und in der Nähe von KRITIS ein wichtiges Glied in der Sicherheitskette zum Schutz Kritischer Infrastrukturen.

Die Mitglieder des Verbands Sicherer Tiefbau e.V. nehmen diese Verpflichtung ernst, darum sind sie Mitglied im Verband und unterstützen dessen Arbeit zum Schutz Kritischer Infrastrukturen in Deutschland und Europa.

Wer fällt unter KRITIS?

Mit der Einteilung Kritischer Infrastrukturen in nunmehr neun Sektoren und in 29 Branchen liegt nun erstmals eine zwischen Bund und Ländern abgestimmte Grundlage für die Kooperation von Staat und Wirtschaft beim Schutz Kritischer Infrastrukturen vor. Hier können Sie nachsehen, welche Vorgaben und Regeln Sie als Betreiber Kritischer Infrastrukturen zu berücksichtigen haben:

Interdependenzen

Die Bundesregierung definiert Kritische Infrastrukturen KRITIS wie folgt:

„Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind Organisationen oder Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden.“


Kritische Infrastrukturen – Achillesferse von Städten und Gemeinden

Der überwiegende und auch sensibelste Teil von Versorgungsnetzen und -anlagen ist in den Städten und Gemeinden anzutreffen. Schäden an Stromleitungen legen schnell ganze Stadtviertel oder Gewerbegebiete lahm. Durch Tiefbaumaßnahmen beschädigte Gasleitungen bedingen oft der schnellen Evakuierung ganzer Nachbarschaften. Sind dann noch Krankenhäuser, Seniorenheime, Schulen oder Kindergärten betroffen, wird es eng bei der sicheren und fachgerechten Unterbringung der gefährdeten Menschen – für die Verantwortlichen in der Stadt oder Gemeinde ein Horrorszenario.

Wer als verantwortlicher Funktionsträger der Kommune Tiefbauarbeiten ausschreibt, sollte darum sorgfältig planen und bei der Vergabe von Arbeiten an und in der Nähe von Versorgungsinfrastrukturen (KRITIS) darauf achten, nur qualifizierte Unternehmen zu berücksichtigen. Dies gilt auch für die Genehmigung von Tiefbauarbeiten von Dritten, sobald sie im öffentlichen Raum (wie Straßen etc.) stattfinden oder in der Nähe von Versorgungsinfrastrukturen stattfinden sollen. Weisen Sie deswegen Auftragnehmer und/oder Antragsteller auf die Pflichten zum Schutz der KRITIS hin. Das fängt bei der Erkundigungspflicht an, setzt sich fort bei der Abnahme der Baustelle bei ihrer Einrichtung und endet mit der vollständigen Dokumentation der Arbeiten durch den Bauunternehmer.
Querschnitt
Unsere Städte und Gemeinden haben ein vielfältiges Netz von Versorgungsinfrastrukturen. Die meisten liegen verborgen unter Straßen und Bürgersteigen. Tiefbauarbeiten in diesem Umfeld bedürfen deswegen einer sorgfältigen Planung und der fach- und sachgerechten Arbeitsweise. Unternehmen, die hier tätig werden, müssen qualifizierte Mitarbeiter einsetzen. Regelwerke wie die GW 129/S 129 tragen zum Schutz dieser Versorgungsnetze bei.
Straßenszene
Wer in diesem „Wirrwarr“ der unterschiedlichen Versorgungsleitungen von Gas, Wasser, Strom oder Telekommunikation sicher arbeiten will, muss wissen, was zu berücksichtigen ist. Baugeräte wie Bagger, Erdraketen oder Micro-Trenching-Fräsen können hier schnell Schäden hervorrufen, deren Folgen unabschätzbar sind. Rund 600 Millionen Euro Schäden entstehen in Deutschland so jedes Jahr.